Sucht ist auch Suche & Sehnsucht! ♡

Die 'Suche' und vor allem die ‚Sehnsucht’ stecken ja schon in der 'Sucht'. Es ist halt ein Weg. DEIN Weg. Du kannst ja mal in dich hinein spüren. Bei mir war es hauptsächlich die Sehnsucht und eine Suche nach:
 

Geborgenheit finden

und angenommen fühlen - Gefühl durch "feel good" Substanzen selbst erzeugen - extremer Milch- und Zuckerkonsum gehört bei mir definitiv dazu. Es ist wie ein „Nach-Nähren“ von etwas, was in der Kindheit gefehlt hat. 

ein Weg um zu "Funktionieren"

 in einer Welt, die nie für mich gemacht war. Hab ich leider erst ziemlich spät gecheckt.

Erlebnishunger

und die Lust auf Abenteuer kompensieren. Ich habe so einen großen Hunger nach Lebendigkeit und Erlebnissen — siehst du, wie paradox das ist?! 

Betäubung

der inneren Leere und des tiefsitzenden Schmerzes. 

Belohnungen

weil ich wie eine Bekloppte in mehreren Jobs arbeitete. Gerade auch an den Wochenenden wollte ich mich unbedingt belohnen!

Langeweile unterbrechen

weil der Schmerz zu laut oder zu viel wurde. Wenn dein einziges „Hobby“ nach der vielen Arbeit die Beschaffung und das Konsumieren ist, bleibt nicht mehr viel Raum für Anderes.

Reflexion ♡

Wenn du magst, kannst du dir diese 5 Fragen stellen und ehrlich reflektieren, um dich deinem Suchtmuster näher bringen.

Trauma & Sucht ♡

Dieses inspirierende Buch zeigt, wie eng Trauma und Sucht oft miteinander verwoben sind – und vor allem: wie Heilung möglich ist. Du lernst:


  • mit belastenden Gefühlen besser umzugehen 
  • neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln
  • für deine eigene Sicherheit zu sorgen 
  • dir die Hilfe zu holen, die du brauchst
  • klare Ziele zu setzen – und einen Plan, der wirklich zu dir passt
  • dich von Schuld und Selbstverurteilung zu lösen
  • Mitgefühl für dich zu entwickeln


Ein Buch wie ein liebevoller Kompass auf dem Weg zurück zu dir selbst. 

Was mir wirklich geholfen hat und immer noch hilft:


#1  Die Pause.

Die Pause zwischen Reiz & Reaktion zu entdecken war mein absoluter Gamechanger! Wie willst du etwas ändern, wenn du völlig im Autopilot reaktiv zu deiner Substanz greifst. Durch Meditation habe ich es geschafft, den Raum zwischen Reiz und Reaktion so auszudehnen, dass ich auf einmal eine Wahl hatte. 

Will ich das jetzt wirklich? 
Was ist denn das eigentliche Bedürfnis dahinter? 
Was brauche ich gerade wirklich? 
Was würde die Person tun, die ich eigentlich sein will? 


Immer wieder einchecken, spüren, Gedanken beobachten, Gefühle beobachten. Ohne Benennen oder Werten. Ich habe mir über eine kostenlose APP einen stündlichen Gong installiert, der mich innehalten lässt. Und zwar egal, wo ich gerade bin und was ich gerade mache.

Ich habe mich immer wieder mit der Natur verbunden, gespürt, dass alles Leben eins ist und es keine Trennung gibt. Mit "etwas Höherem" verbunden, als mich selbst.

Du musst den Strom der Gedanken unterbrechen!!! Da geht kein Weg dran vorbei. Wenn du immer im Autopilot bist, kannst du nicht aufwachen. Gegensteuern.


Ich habe die Benachrichtigungen in meinen Smartphoneeinstellungen ausgestellt, die mich immer wieder ins Handy eingesaugt haben! Ich schaue so wenig Fernsehen wie möglich! Wenn, dann sehe ganz bewusst eine Reportage oder einen schönen Film.

Ich habe zuhause und im Büro Post-its verteilt, dich mich überall daran erinnern, aus dem Strom der Gedanken auszubrechen. Ich habe angefangen gesünder zu essen und mehr zu schlafen. Immer verbunden mit meinem Körper. Was braucht er gerade.

Wenn du traumatisiert bist, ist es dir vielleicht unangenehm, deinen Körper zu spüren und du spaltest dich lieber ab. Vielleicht kannst du, je nach Traumaschwere und Bereitschaft, einen Coach oder Therapeuten für "Somatic Experience" oder "Breathwork" in deiner Nähe suchen. Natürlich kannst du dich auch zuhause liebevoll selbst anleiten - mit Büchern, YouTube-Videos oder Kursen. Das musst du selbst entscheiden. Ich hab keine sooo schlimmen Traumata und konnte mich einfach selbst begleiten.

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegt unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“
Viktor E. Frankl

#2 Raus in die Natur.

Wann immer mir alles zu viel und zu laut wird gehe ich raus. In unseren Botanischen Garten mit den wunderschönen, uralten Bäumen, in unsere Wälder oder ich schnappe mein Fahrrad und fahre einen der Radwege an unseren Flüssen entlang. Achtsam in der Natur sein ist eines meiner größten Hilfsmittel.

Atmen. Schauen. Spüren. Schnuppern. Wie ein Kind staunen. Raus aus dem Kopf und rein in den Körper. 


Und dann...  immer wieder... muss ich bis über beide Ohren grinsen!

Eckhart Tolle nennt es "Erkenne ohne zu benennen"! Wenn du in der Natur einen Vogel siehst, dann sag nicht zu dir "oh, ein Rotkehlchen. wie schön"! Versuch mal, dieses kleine Wunder wirklich zu sehen. Alter! Vögel können durch die Luft fliegen!!! Ist das nicht der absolute Wahnsinn!?! Sowas holt mich immer und sofort, ohne Umwege, ins Jetzt!

"Wenn du dem Kind den Namen des Vogels verrätst, sieht es den Vogel nicht mehr." sagt Eckhart. Und ich verstehe genau, was er meint. Wir sehen diese ganzen Wunder nicht mehr, weil wir sie sofort einkategorisieren. "Ah, kenn ich schon. Ist das und das." Aber wenn du so tust, als ob du es zum allerersten Mal siehst, ohne ein gedankliches Etikett darauf zukleben, fühlst du das Wunder!

Bei mir erfüllt dann ein wohligwarmes Glücksgefühl meinen Bauch- und Herzraum. Ein Kribbeln und eine natürliche, kindliche Freude: beim Gesang einer Amsel am Abend (mach mal die Augen zu und lausche wirklich hin), beim zuckersüßen Geruch der alten Linden am Fluss... beim Rauschen und Glucksen von Bächen und Flüssen, beim Gefühl einer Kastanie in meinen Fingern... einfach mal Stehenbleiben, Augen schließen. Lauschen. Schnuppern. Befühlen. Lächeln.

So einfach und so schön! Auf einmal brauchst du nichts anderes mehr.

Wir werden so schnell abgelenkt. Alles buhlt um unsere Aufmerksamkeit! Wenn jeder Mensch sich einfach wieder von der Natur berühren ließe und sich so annehmen würde, wie er nun mal ist, würde die gesamte Weltwirtschaft pleite gehen! Wir brauchen nicht das tolle neue Auto, den Urlaub, mit dem man im Freundeskreis prahlen kann, die teure Uhr, die angesagten Klamotten, den riesigen Fernseher (die Dinger werden echt immer größer, oder?), die Anti-Falten-Creme für 200.- €! Es wird uns nur jeden Tag eingetrichtert!

Da du z. B. beim Fernsehen in einen hypnotischen Trancezustand kommst, musst du echt darauf achten, was du dir da jeden Tag vorm Schlafengehen reinziehst! Es grätscht dir direkt und ohne Umwege ins Unterbewusstsein

#3 Spiritualität.

Das Vertrauen in etwas, das größer ist als du selbst. Gerade in der Natur spüre ich, dass ich Teil von etwas Unbeschreiblichen bin. Von wegen Trennung. 

Es ist wirklich alles eins. Die Bäume, die Tiere, wir Menschen. Alles Leben entspringt der gleichen mystischen Quelle. 

Hast du dich mal mit dem Bewusstsein beschäftigt? Hast du dich mal gefragt wer die Stimme in deinem Kopf ist und warum du sie beobachten kannst? Du bist nämlich nicht die Stimme... dieser dauerplappernde Verstand. Du bist das Bewusstsein, das dieser Stimme lauschen kann. Crazy, oder?

Und hier kannst du ansetzen. 
Immer wieder beobachten. 
Muster erkennen. 
Dich neu entscheiden.

#4 Selbstmitgefühl haben.


Richard Rudd, der Schöpfer der GeneKeys, nennt es "allow, accept & embrace". Erlaube dir deine wunderschön-schmerzliche Schatten, akzeptiere und umarme sie, wenn es geht. In jedem Schatten steckt ein Geschenk. Hört sich abgedroschen an, aber wenn du dich intensiver mit Schattenarbeit beschäftigst, verstehst du es irgendwann. 

Dein Schmerz, deine Wunden und deine Verletzlichkeit machen dich menschlich... weich... mitfühlend. Authentisch. Ich kann heute aus meiner Geschichte etwas für andere tun. 

Verurteile dich nicht. Sei immer lieb mit dir selbst!!! 
Alle Strategien waren mal für etwas gut und haben dich in Situationen überleben lassen. Das meiste stammt aus deiner Kindheit. Ich habe mich in den letzten Jahren sehr viel mit Kindheits- und Entwicklungstraumata beschäftigt. Dami Charf und Gabor Maté haben z.B. ganz tolle Bücher geschrieben, YouTube-Channels und Selbsthilfekurse online. 

Dami's YouTube Channel | Gabor's YouTube Channel

#5 Den Kopf ablenken.


Wenn gar nichts hilft, kannst du dich immer noch ablenken, bevor du zu deiner Droge greifst. Bei mir klappt das am besten mit Arbeit, Haushalt oder Podcasts, Büchern & Selbsthilfe-Kursen, die mir gut tun. 

Ganz am Anfang meiner Heilungsreise hat mir z.B. Laura Malina Seiler unheimlich gut geholfen. Und das tut sie auch heute noch oft. Erst gestern habe ich ihrem Podcast "Happy, holy & confident" im Bett vor dem Einschlafen gelauscht. Sie bringt mich immer wieder liebevoll in Kontakt mit meinem inneren Kern, wenn ich ihn im Alltag verloren hab.

Podcast "Happy, Holy, Confident"

#6 Einfach Loslassen.

Loslassen lernen.. immer wieder! 
Loslassen kannst du, wenn du einfach alles so sein lässt, wie es gerade ist. 
Du nimmst es an und lässt es los.

In dem Moment, wo du etwas unbedingt erreichen willst, erschaffst du einen Widerstand. Das ist das Gesetz der Anziehung. Du stößt das Gewollte ab, wie ein Magnet seinen Gegenpol. 

Seit ich mich im Loslassen übe... mir erlaube langsamer zu werden. In mich hinein zu spüren. Dankbar im Moment bin. Einfach atme und beobachte... Vertrauen habe... kommen Dinge wieder müheloser zu mir. Weil Raum entsteht. 

#7 Verurteile dich nicht.


Eines der wichtigsten Dinge ist: Verurteile dich nicht für deine Sucht! Vor allem nicht, wenn du "schwach" geworden bist, obwohl du nichts konsumieren wolltest.

Morgen ist wieder ein neuer Tag. 
Und da kannst du es einfach nochmal probieren.

Wenn du etwas konsumiert hast, dann genieß es auch und mach dich nicht fertig dafür!

#8 Tagebuch schreiben.

Bitte tickere es nicht nur ins Handy, sondern schreibe mit einem Stift und Papier. Das macht einen riesigen Unterschied. Ich habe mir schöne Bücher gekauft in die ich regelmäßig schreibe. Momentan eine Art Tagebuch und eines mit Briefen an mein jüngeres Ich.

Wenn ich unterwegs einen Gedanken habe, dann spreche ich mir selbst eine Nachricht auf oder schreibe sie in die Handynotizen. Zuhause checke ich regelmäßig meine Impulse und übertrage die wichtigen dann auf ein Blatt Papier oder ein Post-it! Ich liebe die Dinger einfach!

Zum einen hilft es, die Gedanken zu ordnen. Dinge zu verarbeiten. Ja, sogar loszulassen. Aber viel wichtiger find ich den Effekt, dass du nach ein paar Monaten siehst, wie weit du gekommen bist. Erst gestern habe ich gesehen, dass ich mein aktuelles Tagebuch vor genau einem Jahr angefangen habe und war völlig erstaunt, wie viel stärker ich doch geworden bin. Das hatte ich nämlich garnicht mehr auf dem Schirm!

Wir vergessen so viel - vor allem vergessen wir, wieviel wir doch schaffen können, wenn wir dran bleiben. Ich bin vor allem emotional und psychisch viel stärker als vor einem Jahr. 

#9 Beweg deinen Körper. 


Beweg deinen Körper so oft es nur geht. Mir hilft Yoga, Stretchen (z.B. auch auf Hunderunden möglich), Embodiment-Meditationen, Techno-Tanzen zu schicken Bässen, Schüttelmeditationen (absolute Empfehlung!!!), Arme und Beine ausschütteln, Schreien, Lachen, Singen, Masturbieren ;-). Egal was!

Unser Körper ist ein absolutes Wunder! Was können wir durch ihn alles erleben und erfahren! Das müssen wir uns jeden Tag wieder dankbar bewusst machen!

Ich war zwei Jahre lang bei einem Körpertherapeuten. Er hat zum Beispiel mithilfe der Atmung viel freisetzen können. Vielleicht schaust du mal in deiner Umgebung nach Angeboten.

Psychologische Gesprächstherapie und Hypnose hat bei mir nicht so gut funktioniert - aber jeder ist anders! Vielleicht hilft es dir.

Tipp: Ganz besonders hilft mir mein abendliches "Neurogenes Zittern" im Bett kurz vorm Schlafengehen! Da wir eigentlich permanent Gefühlsregungen und körperliche Impulse unterdrücken, wenn andere Menschen anwesend sind, stecken sehr viele Emotionen im Körper fest. Das Neurogene Zittern setzt diese Impulse über den Vagusnerv durch Zuckungen wieder frei. Vielleicht ist es auch was für dich. Sprich aber vorher mit einem Therapeuten darüber, falls bei dir unangenehme Emotionen hochkommen könnten. 

Achtung: Ich bin weder Therapeutin noch Medizinerin. Meine Gedanken sollen inspirieren - sie sind keine Therapie und ersetzen keine professionelle Behandlung. Ich bin eine Betroffene, die ihren Weg gefunden hat und ihre Erfahrungen teilen möchte.